unterschätzter Machtfaktor
Geldveranlagungsbetrug
Import/Export Betrug
Projektfinanzierungsbetrug
firmeninterner Betrug
Korruption
Akkreditivbetrug
Bankgarantien
Investitionen in Firmen
Wettbewerbsspionage
Produktpiraterie
IT-Security
Computerkriminalität
Verführerisches Afrika
Scheckbetrug
Seepiraterie

Wirtschaftskriminalität - der unterschätzte Machtfaktor?

Dr. M. Burger-Scheidlin

Auf die mir häufig gestellte Frage, womit ich mich genau beschäftige, ist meine Antwort:  Die Globalisierung der Wirtschaft und Prävention von Wirtschaftskriminalität........

Meist löst die Kombination dieser doch so gegensätzlichen Themengebiete, großes Erstaunen aus und manche antworten: "Ah, mit den "Nigeria-Briefen"?"
 
Natürlich sind die unseriösen Offerte aus Nigeria seit mittlerweile 15 Jahren eine ständige Belästigung. Manch Österreicher hat dabei bereits seine "Deppen-Steuer" bezahlt. Das größte Problem stellen sie allerdings bei weitem nicht dar, auch wenn sie mittlerweile auch an Gasthöfe, Handwerker und Bauern gerichtet werden. So mancher hofft, sein steuerschonend verdientes Geld durch einen großen Coup zu vermehren.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt wächst die internationale Wirtschaftskriminalität zu einem der größten, profitabelsten und alle Systeme unterwandernden Wirtschaftszweig heran. Nicht nur die Schäden aus Betrügereien für den Einzelnen, sondern auch die daraus resultierenden Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft sind fatal.

Nach Schätzungen belaufen sich die Schäden durch Wirtschaftskriminalität in Österreich auf vielleicht EUR 7 - 15 Mrd. pro Jahr.  Das große Geld wird mit Betrügereien bei Geldveranlagungen gemacht !  Aber auch die betrügerische Vergabe von Projektfinanzierungen und Krediten, der Handel mit gefälschten Produkten, Betrug bei der Abwicklung von  Importen und Exporten, Betrug gegen Banken, Korruption mit nachfolgender Erpressung und Wettbewerbsspionage blühen.
Hinzu kommen noch die "traditionellen" Geschäfte der Organisierten Kriminalität wie Drogenhandel, Prostitution,  Schutzgelderpressung, Menschen- und Waffenhandel.

Das - wie oben beschrieben - "sauer verdiente Geld" wird teilweise in die jeweils nächste kriminelle Transaktion investiert. Da die Profitmargen z.T. bis zu 70 % ausmachen, muss das "überschüssige Geld" profitabel angelegt werden. Da man es ja einmal "genüsslich legal konsumieren will" muss es "weiß gewaschen", also in der legalen Wirtschaft investiert werden.

Durch Geldwäsche werden diese Einkommen "geschönt" + "gereinigt", um dann in seriösen Anlagen wie Immobilien, Fabriken, Geschäften, Aktien und Anleihen geparkt und vermehrt zu werden.
Die Geldwäsche - obwohl juristisch klar als Straftat definiert - wird von manchen Immobilienmaklern, Bankern, Wirtschaftstreuhändern, Anwälten etc. eher als "Kavaliersdelikt" empfunden.  Vor allem das Fehlen eines konkreten Opfers führt zu dieser Sichtweise  - "denn es wird ja niemand unmittelbar geschädigt".  Was diese Personen in verantwortungsvollen Berufen meist übersehen, ist die dadurch erfolgende langfristige Unterwanderung unserer Gesellschaft durch die organisierte Kriminalität. 

Unterwanderung durch die organisierte Kriminalität:   Ein kleines - und in Proportion zur Organisierten Kriminalität relativ harmloses -  Beispiel ist, wie Udo Proksch vor rund 20 Jahren so manches Mitglied unserer Regierung und unserer Führungselite "eingekocht" hat.  Sie können sich sicherlich daran erinnern, wie lange er die Justiz - "gedeckt durch Mächtige" - an der Nase herumführen konnte und dies, obwohl das International Maritime Bureau der Internationalen Handelskammer schon wenige Wochen nach dem Untergang der Lucona den österreichischen Behörden stichhaltige Hinweise auf den Versicherungsbetrug übergeben hatte. 
     Man stelle sich nun vor, Udo Proksch wäre nicht ein relativ armer Geschäftsmann gewesen, sondern jemand der durch Geldwäsche Milliarden sauberes Geld zur Verfügung gehabt hätte.

Die organisierte Kriminalität beginnt in manchen Ländern ganze Wirtschaftsbranchen zu unterwandern und z.T. aufzukaufen. Da ihr Hauptziel nicht die Erzielung kurzfristiger Profite, sondern die Platzierung der kriminellen Gelder in der legalen Wirtschaft sind, können die so aufgekauften Firmen ihre alt-etablierten Mitbewerber preislich unterbieten, diese aus dem Markt werfen und in weiterer Folge die Preise wieder erhöhen, um langfristig eine gute Profitabilität herzustellen.

De facto tragen wir alle täglich dazu bei, die "Mafiosi" reicher zu machen.
     Nehmen wir z.B. die große Bürokratie in unserem Land.  Die Verwaltung muss die Gesetze vollziehen ! - Sobald irgendetwas in Österreich passiert, sei es nun ein Unfall oder eine Straftat an Kindern, so verlangen wir und mit uns die Medien ein neues Gesetz. Sofort muss eine neue Regelung her, um solche "Greueltaten" in Zukunft zu verhindern.
So haben wir zwar gegen fast jedes "Wehwehchen" und / oder Problem ein Gesetz, doch die Implementation kostet Milliarden - und um das alles zu finanzieren zahlen wir hohe Steuern. 

Schwarzgeld:  Nicht wenigen unserer Mitbürger sind diese Steuern subjektiv zu hoch und man sucht nach Möglichkeiten der "Steuerschonung" und arbeitet - oder lässt -  im Pfusch arbeiten.  Österreicher erarbeiten jährlich rund  EUR 20 Mrd. an Schwarzgeld. Dieses ist allerdings nur schwer "weiß" anzulegen. Auch zahlen österreichische Banken "derzeit nur "mickrige" 3  % Zinsen. 
 ... und dann erhalten Schwarzgeldbesitzer auf einmal ein tolles Anbot eines deutschen Finanzberaters, der ihnen verspricht ihr Geld um 10 - 30 % p.a. zu mehren - vielleicht sogar noch abgesichert durch eine "Bankgarantie".....
Schätzungen zufolge verlieren Österreicher rund EUR 3 Mrd./Jahr an derartige Finanzhaie. Dies ist ein Betrag mit dem in etwa 30 - 40.000 neue Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen werden können.

Produktfälschungen:  Der Kauf eines "Lacoste-Leibchens" oder einer "Rolex-Uhr" am Strand von Grado wird als "Kavaliersdelikt" aufgefasst. Hier gehen den Markenherstellern jedoch Milliarden verloren.
Aber wieviel Geld wird nicht mehr in die Entwicklung neuer Medikamente gesteckt, da sie ja ohnehin bald nachgemacht werden und es sich nicht lohnt zu in sie zu investieren ? oder in die Entwicklung von Software, technischen Neuerungen etc. ? 
Was ist mit dem Autoservice bei Ihrem speziell günstigen Mechaniker - der Ihnen vielleicht gefälschte Bremsbacken minderer Qualität einbaut.  Womöglich verursachen Sie in der Folge einen Unfall weil die Bremsen nicht ordentlich arbeiten?
Haben sie schon gewusst, dass der Handel mit gefälschten Flugzeugteilen derzeit lukrativer ist als der Drogenhandel ?

Handelsbarrieren:  Man sagt, unsere Wirtschaft "benötige" Schutz, Förderungen und Subventionen, um im rauen internationalen Geschäft bestehen zu können !
Diesen Schutz gibt es u.a. in Form von Agrarsubventionen, Importquoten für viele Industrieprodukte (von Hemden bis zu Spezialdrähten), Anti-Dumpingmaßnahmen etc..
Aufgrund der dadurch entstandenen Kostenunterschiede ist es u.a. der EU vor zwei Jahren gelungen 140% der israelischen Organgenproduktion zu importieren ! ?      .......findige Köpfe müssen hier viel Geld verdient haben !
Amerikanische Studien kommen zu dem Schluss, dass dieser "Schutz der heimischen Wirtschaft" die amerikanische Wirtschaft um rund 1,3% des B.I.P. schädigt.  Da der Schutz in Europa eher größer ist, als in den USA, reden wir für Österreich von schätzungsweise einem jährlichen Schaden von fast EUR 3 Mrd.
D.h. um - wie oben beschrieben  - die heimische Wirtschaft optisch zu schützen, de facto aber zu schädigen, geben wir der organisierten Kriminalität noch jede Menge Chancen daraus Profit zu schlagen !  Ist das wirklich unser Ziel ?

Auch die Ersteller gefälschter Bangladeshi Textil-Importquoten für den Export nach Europa freuen sich über jede neue Restriktion der EU-Kommission ! 
     und auf diese Art und Weise reduzieren u.a. die EU-Kommission, die US-Regierung etc.  die Chancen zum Aufbau neuer Industrien in vielen armen Ländern wie Bangladesh, den Philippinen etc.

Menschenhandel:  Durch die verminderten Job-Chancen in diesen Ländern in Industrie, Dienstleistungen und Landwirtschaft, kommen unternehmungslustige junge Leute, die sich einen höheren Lebensstandard aufbauen wollen, zu uns. Da aber ein Schengen-Visum nur schwer zu erhalten ist, vertrauen sie sich Menschenschmugglern an - für letztere ist es ein höchst lukratives Geschäft mit viel geringeren Strafsanktionen, als zum Beispiel bei Drogenhandel.  

Ein ganz anderes großes Problem ist das Thema Korruption. Hier unterscheidet man zwischen Korruption zwischen Firmen einerseits und Firmen gegen Beamte andererseits. Insider schätzen, dass die Summe der gezahlten Gelder zwischen Firmen höher ist, als die Zahlungen an Beamte.
      Das tragische an der Korruption sind weniger die gezahlten Gelder, sondern die daraus erwachsenden Fehlentscheidungen. Es wäre preiswerter weitaus höhere Löhne zu zahlen, zugleich aber Korruption mit äußerst harten Strafen zu belegen.
      Auch werden Manager die selbst bestochen haben, bzw. Kick-back genommen haben zunehmend dann von Ihren "Partnern", aber auch von Dritten erpresst.
Hier geht es dann z.T. um Geld, aber auch oft um Informationen über die Firma. So mancher Manager wurde zum Spion gegen seine eigene Firma.

Indirekt öffnet Korruption der Wettbewerbsspionage Tür und Tor. 
           
Finden keine Präventivmaßnahmen gegen die Wirtschaftskriminalität statt, wird dies mittelfristig enorme Auswirkungen auf unsere Wirtschafts- und Rechtssysteme, langfristig sogar auf unsere politischen Strukturen haben.

Wir helfen Ihnen gerne bei Ihren Fragen betreffend Prävention von Wirtschaftskriminalität weiter. Sollten Sie "fast zu schön klingende" Anbote bekommen - rufen Sie uns an !

ICC Austria - Internationale Handelskammer
Wiedner Hauptstraße 73, 1040 Wien
Tel: 01 50105-3716
email