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Import/Export Betrug

Das internationale Geschäft ist sehr wettbewerbsintensiv.  Bei „normalen Geschäften“ mit konstanten Partnern und in eingefahrenen Geleisen haben sich die Profitspannen in den letzten Jahren sehr stark reduziert.  Umgekehrt sind bei ungewöhnlichen Geschäftstypen oft mit neuen Partnern teilweise sehr interessante Margen zu erzielen. Nur diese Geschäfte sind meist schwierig, risikoreich und es tummeln sich hier nicht nur seriöse Geschäftspartner. Um die Risiken zu verringern sollten Sie die neuesten Tricks und  „Schmähs“  der internationalen Betrüger kennen, die manche Geschäftsschwachstellen erkannt haben und diese systematisch auszunützen versuchen.   Hier einige Beispiele:

"Kleine Gaunereien" gegen Import- und Exportfirmen

  • Seit einiger Zeit bieten Firmen aus dem arabischen Raum Ausschreibungsunterlagen für Projekte - die es gar nicht gibt -  zum Kauf an -  Schaden oft € 600.- bis 1.500.-
  • Osteuropäische und afrikanische Firmen bieten durchaus interessante Exportwaren zum Kauf an -  Zahlung gegen L/C.  Kurz vor Verschiffung kommt ein Fax der Exportfirma in dem um einen kleinen Überbrückungskredit gebeten wird, da man kein Geld habe um die Ware die letzten Kilometer in den Hafen liefern zu lassen.........und dann hört Sie nie wieder etwas von dieser Firma.
  • Firmen erhalten Anbote ihr Unternehmen in internationalen Branchen- oder Internetver-zeichnissen  zu präsentieren.  Manche erscheinen dann aber „absichtlich“ nicht oder in Formen die Ihnen keinerlei Werbeeffekt bringen - Schaden oft  € 800.- bis 2.000.-
  • Manche nigerianische, aber auch osteuropäische Firmen  bestellen bei    österreichischen Firmen kurzfristig vor diversen internationalen Messen Ware, die sie dort präsentieren wollen. Ein Scheck zur Bezahlung der Ware liegt bei.  „Spezialisten“ gehen weiters wie folgt vor:
    a)   der Scheck kann gleich eingereicht werden, nur dauert die volle Scheckeinlösung bei der bezogenen Bank  im fernen Ausland „leider“ lange;  da die Ware ja „gleich“ abgehen muss um auf der Messe noch präsentiert zu werden, versenden Sie die Ware  ............und der Scheck platzt.
    b)  Der Bestellbrief spezifiziert, daß der Scheck im Gegenzug zur Absendung der Ware (Vorlage eines B/L, Postabgangscheins etc. )  bei der Bank einzulösen ist.    - nur:   ....dann platzt der Scheck und die  Ware ist „leider“  schon unterwegs

Größere Betrügereien gegen Import- und Exportfirmen

  • „International Leasing“: Eine österreichische Firma wollte einer kasachischen Firma eine Maschine auf Leasingbasis zur Verfügung stellen, fand jedoch anfänglich keine Leasingfirma die dieses Geschäft abwickeln wollte.   Letztlich fand sich ein „Institut“ in Frankfurt .   Als „Sicherstellung“ verlangte  man die erste Leasingrate im voraus vom Hersteller der Maschine, die weiteren waren aus Polen zu begleichen. .......nach Bezahlung der ersten Rate war das „Institut“  „verschwunden“......
  • Kauf nach Versteigerung:   Eine Firma aus Nahost bestellte spezielle technische Ausrüstungen in Deutschland auf Basis C.I.F. und Dokumenteninkasso.  Nach Ankunft des Schiffes holte die Importfirma die Waren nicht ab. Es entstanden größere Lagergebühren. Nach einiger Zeit versteigerten die Zollbehörden die Ware, um Hafen- und Lagergebühren abzudecken.  ......Die Importfirma war für dieses spezielle technische Produkt der einzige Bieter und erhielt die Ware zollfrei zum halben Schätzpreis !
  • Sie planen eine Vertriebsniederlassung in den USA und finden in einer Wirtschaftszeitung ein Inserat, in dem eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ihre Dienste „bei Firmengründungen“ anpreist.  Sie nehmen das Anbot an und zahlen ein paar tausend Dollar für die Gründung.  Die Spesen müssen „leider“ im vorausbezahlt werden. Nun kann es 3 fach weitergehen:
     a)  Sie zahlen und hören nichts mehr von Ihrem US Partner.........
     b)  Es kommt bei der Gründung aus diversen Gründen leider zu Schwierigkeiten und die Eintragung wird „verweigert“.  Die Spesen sind aber leider schon verbraucht.......
     c)  Sie zahlen, die Firma wird eingetragen und die servicebewusste Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bietet Ihnen an einen verlässlichen Geschäftsführer für Sie zu suchen. Dieser ist bald „gefunden“ und beginnt unverzüglich mit „seinen Aktivitäten“.   Er kauft Waren im Namen der Firma ein, nimmt Kredite auf, begeht vielleicht sogar kriminelle Delikte auf Namen und Rechnung Ihrer Firma.  Bis Sie dahinterkommen ist „Ihr Freund“ verschwunden und die gekauften Waren mit ihm.

Auch hier gilt: "if it looks too good to be true - it probably isn´t true" !  Tolle Offerte und Chancen gibt es natürlich, aber meist können nur Brancheninsider diese wirklich und effizient wahrnehmen. Sollten Sie über vermeintliche Chancen außerhalb Ihrer Branche stolpern, raten wir Ihnen diese nur nach intensiver Recherche wahrzunehmen.

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