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Scheckbetrug

Schecks sind in Mitteleuropa kaum mehr das Zahlungsmittel der ersten Wahl. In anderen Ländern aber, z.B. in Frankreich, Italien, USA, werden Schecks weiterhin häufig verwendet. Da Schecks leichter manipulierbar sind (als Bank zu Bank Überweisungen), sollte man Schecks vor Annahme immer genau prüfen.

 

Ein weiteres psychologisches Problem ist, dass Schecks von unseren Banken gleich Ihrem Konto gut geschrieben werden; allerdings immer unter „Eingang vorbehalten“. Nur übersehen de facto viele diesen Vorbehalt und wähnen sich der Gutschrift sicher, disponieren entsprechend, versenden Ware etc.
Wir raten Ihnen, erst dann auf der Basis eines eingegangenen Schecks Dispositionen zu treffen, wenn Ihre Bank die Gutschrift konfirmiert hat.

 

Leider sehen wir immer wieder Betrügereien mit Schecks, auch wenn sich ihre Zahl in den letzten Jahren verringert hat. Hier einige Beispiele:

 

  • Seien Sie überdurchschnittlich vorsichtig, wenn Sie einen Scheck nach Italien schicken! Darauf spezialisierte Mafiagruppen beschaffen oder stehlen diese und erhöhen dann die eingesetzten Beträge.
  • Elegant ging auch die Repräsentanz einer italienischen Weinfirma vor: Man bot österreichischen Firmen Wein zum Kauf an, Muster gratis. Beim zweiten Besuch bat man für die übergebenen elegant verpackten Gratismuster um Bezahlung der Verpackung von € 6.- per Scheck. Die Scheckbelastung war dann aber € 6.000.-.
  • Auch gekreuzte Schecks werden ähnlich manipuliert! Kriminelle fangen in der Post Orderschecks ab. Man lässt sie über Strohmänner mit verfälschten Indossamenten schnell zur Zahlung an dritte Firmen weitergeben (so kaufte eine slowakische Firma in Wien größere Restposten). Wenn die den Scheck annehmende Firma diesen (z.B. 6 Tage nach Ausstellung) bei ihrer Bank prüfen lässt, bekommt sie ein o.k. (falls der Scheck noch nicht als gestohlen gemeldet wurde). Wird der Diebstahl dann später gemeldet, ist eine Rückverfolgung oft nicht möglich, da meist schwierige Länder oder in der Zwischenzeit leider in Konkurs gegangene Firmen zwischengeschaltet waren. Die betrogene Firma muss dann auch noch bei uns mit Schwierigkeiten wegen der Annahme gestohlener Schecks rechnen.
  • Manche nigerianische, aber auch osteuropäische Firmen bestellen bei österreichischen Firmen kurzfristig vor diversen internationalen Messen Ware, die sie dort präsentieren wollen. Ein Scheck zur Bezahlung der Ware liegt bei. „Spezialisten“ gehen weiters wie folgt vor:
    • Der Scheck kann zwar gleich bei Ihrer Bank eingereicht werden, nur dauert die volle Scheckeinlösung bei der bezogenen Bank im fernen Ausland „leider“ lange (3 Wochen können es leicht werden); da die Ware jedoch „sofort“ abgehen muss, um auf der Messe noch präsentiert zu werden, versenden Sie die Ware. Aber der Scheck platzt.
    • Der Bestellbrief spezifiziert, dass der Scheck im Gegenzug zur Absendung der Ware (Vorlage eines B/L, Postabgangsscheins etc.) bei der Bank einzulösen ist. Nur: Dann platzt der Scheck und die Ware ist „leider“ schon unterwegs.

In Zukunft sind im internationalen Geschäft nur mehr Banküberweisungen anzuraten!

 

ICC Austria - Internationale Handelskammer
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Tel: +43-1-504 83 00

E-Mail: icc@icc-austria.org


 


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