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Wettbewerbsspionage

Das allgegenwärtige Risiko von Spionage und Lauschangriffen ist kein Horrorszenario der Medien sondern traurige Realität. Besonders im Bereich Wirtschafts-Know-how boomt die Spionage. Diese stellt neben einer nationalen Bedrohung vor allem eine Existenzgefährdung erfolgreicher Unternehmen dar.

 

2011 gab ein Techniker einer Kärntner Firma Know-how weiter. Er erhielt ca. € 15.000.- als „Dankeschön“ und das Versprechen eines tollen Jobs mit hohem Gehalt in China. Nach Übergabe des Know-hows wollten die Chinesen plötzlich von der Jobzusage nichts mehr wissen. Der dadurch entstandene indirekte Schaden für die Unternehmensgruppe wird auf € 240 Millionen geschätzt. Der Umsatz ihrer Produkte in China ist bereits um 90% eingebrochen.

 

Trotzdem hören wir oft die Frage: "Was soll bei uns schon ausspioniert werden?"
Nun, jedes Unternehmen hat "freundliche" Konkurrenten, die an Informationen des Wettbewerbers interessiert sind! Dies vor allem dann, wenn Ihr Unternehmen unter den ersten drei Ihrer Branche ist. Gelangen diese Informationen in die Hände der Konkurrenz, kann Ihr Unternehmen preislich unterboten und ausgestochen werden. Ein Auftrag wird dann vielleicht an den Konkurrenten vergeben. Jahrelange kostspielige Entwicklungsaufwände und ein hart erarbeiteter Wettbewerbsvorsprung können durch Spionage in kürzester Zeit zunichte gemacht werden.

 

Gibt ein Mitarbeiter Daten über technische Innovationen, neue Produkte, Design, Kundenlisten, Preise oder zukünftige Strategien weiter, so geschieht dies meist still und heimlich. Im Tagesgeschäft fällt dieser Informationsabfluss zunächst nicht auf. Erst nach 6–12 Monaten entsteht der Eindruck, dass die „freundliche“ Konkurrenz doch in jüngster Zeit „sehr stark“ geworden ist. Der graduelle Wettbewerbsverlust schwächt jedoch das Unternehmen, oft über Jahre, langsam und treibt manche in den Konkurs.

 

Die Tücken der Technik
Vielfach wird das Auskundschaften durch die wirtschaftliche Konkurrenz ad hoc gar nicht bemerkt. Modernste Technik macht es Spionen recht leicht die angeblich "durch eine Firewall etc. perfekt gegebene IT-Sicherheit" zunichte zu machen und so an vertrauliche Interna heranzukommen. Mobiles Internet und Mailverkehr eröffnen Angreifern zusätzliche Chancen. Auch Smartphones sind gegenüber professionellen Angreifern nicht unbedingt sicher.

 

Risikofaktor Mensch:
Das internationale Wirtschaftsklima wird rauer; und als Antwort darauf glauben viele Firmen, mit ihren Mitarbeitern "weniger zimperlich" umgehen zu dürfen. Aber gerade dieses Verhalten kreiert unter den Mitarbeitern Frustrationen. Frust, unverstandene Befehle "von oben" sowie eine menschenverachtende Personalpolitik bieten ideale Angriffschancen für Wettbewerbsspionage. Das speziell in den USA gepredigte "Shareholder-value" Prinzip (also absolute Profitmaximierung) öffnet indirekt – über menschlichen Frust - der "freundlichen Konkurrenz" Tür und Tor.
Viele US Firmen gehen bereits professionell vor und haben eigene "Abteilungen für Wettbewerbsspionage" eingerichtet.

Jede technische Sicherheitsmaßnahme kann durch Menschen umgangen werden! Diese können Mitarbeiter des angegriffenen Unternehmens sein, eingeschleuste "neue Mitarbeiter" oder Personen, denen aus diversen Gründen offiziell Zutritt zum Unternehmen gewährt wird. Wer überprüft seinen Elektriker oder seine Putzfrau wirklich? Wissen Sie tatsächlich wer ein "Praktikum" bei Ihrem EDV-Dienstleister absolviert      Oder bei Ihnen ?

 

Demotivierte, frustrierte langjährige Mitarbeiter gefährden oft Ihr Unternehmen besonders, weil sie leichter gewillt sind, heikle Informationen an Außenstehende preiszugeben! Oft bekommt ein Angreifer bereits "beim dritten Glas Bier" schon sehr viele Informationen, wenn sich der Demotivierte seinen "Frust von der Seele redet".

 

Auch sind Frustrierte einfacher zu überreden, für externe Unternehmen Wettbewerbsspionage zu betreiben, ihre Informationen weiterzuverkaufen und so langfristig, das eigene - manchmal sogar verhasste - Unternehmen zu schwächen bzw. so ihr "ungerecht niedriges" Einkommen etwas aufzubessern. Mitarbeiter, die einen firmeninternen Betrug so - oder anders - begangen haben, werden sodann oft auch von außen erpresst.

 

Vorbeugung der Spionage
Die Abwehr der zum Teil existenziellen Gefahren setzt große Sensibilität der Sicherheitsverantwortlichen aber auch der Mitarbeiter voraus. Denn jedes Unternehmen hat Konkurrenten, die an Informationen interessiert sind, sei es, um einen Auftrag "wegschnappen" oder schlichtweg einen besseren Startvorteil am Markt zu erlangen.
Nicht nur technische sondern auch "menschliche" Sicherheitslücken müssen daher aufgedeckt und dann geschlossen werden, um so das potentielle Risiko einer Spionage auszuschließen oder wenigstens zu mindern!

Und bedenken Sie: 100% des Know-hows Ihrer Firma wandert am Abend auf die Straße hinaus. Welche Sicherheitsmaßnahmen haben Sie dort getroffen?

Wir helfen Ihnen gerne bei der Prävention von Wettbewerbsspionage und Betrügereien. Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können, um möglichst bereits im Vorfeld Spionage zu verhindern oder die Wahrscheinlichkeit von Problemen zu reduzieren!

 

Sollte bereits ein Schaden eingetreten sein, stehen wir Ihnen gerne mit Rat zur Seite, empfehlen Ihnen jedoch auch, die nächste Stelle der Wirtschaftspolizei und Ihren Anwalt zu informieren!

ICC SME Toolkit: http://www.iccwbo.org/icc-sme-antitrust-compliance-toolkit/

ICC Recommendations on Pre-Merger Notification Regimes: http://www.iccwbo.org/premerger-control-regimes/

 

 

ICC Austria - Internationale Handelskammer
Wiedner Hauptstraße 57, 1040 Wien
Tel: +43-1-504 83 00

E-Mail: icc@icc-austria.org

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